Das richtige Häuschen für den Igel
Wer sich auf die Suche nach einem geeigneten Igelhäuschen macht, merkt schnell: Das Angebot ist groß und ziemlich unübersichtlich. Oft steht auf den Produkten einfach nur „Igelhaus“ – aber ist es nun als Schlafplatz, Futterstelle oder Auswilderungshaus gedacht? Welche Vorteile bietet es und wofür ist es überhaupt geeignet? Das ist auf den ersten Blick gar nicht so leicht zu erkennen.
Wir möchten dir dabei helfen, den Überblick zu behalten. Denn auch wenn sich viele Häuschen optisch ähneln, erfüllen sie ganz unterschiedliche Aufgaben.
Igelhäuser
Ein Schlafhaus bietet dem Igel einen geschützten Rückzugsort, ein Futterhaus ermöglicht eine möglichst geschützte Fütterung. Wir erklären dir die Unterschiede, zeigen dir die jeweiligen Vorteile und worauf du bei der Auswahl achten solltest. Damit du nicht einfach irgendein Igelhaus kaufst, sondern das richtige für deinen Einsatzzweck findest.

Schlafhaus
- Mindestens 30 x 30 x 30 cm
- Ein Eingang ca. 10 x 10 cm
- Aus robustem Holz
- Besser ohne Boden
- Abnehmbarer Deckel
- Optional mit Rattenklappe (aber bitte keine aus Holz oder anderes starres Material, der Igel könnte sich selbst einsperren mit dem Nistmaterial.
- Ein Labyrinth-Eingang schützt vor neugierigen Blicken und manchen Fressfeinden
Geeignet für: den ganzjährigen Rückzugsort im Garten.
Ein Schlafhaus sollte keinen Boden haben wegen der Hygiene.
Dieses Schlafhaus kann man auch zum überwintern nehmen, auch da ist es ohne Boden besser, da ein Igel es im Winterschlaf kalt braucht 😉
Deshalb sollen die Häusschen auch nicht Isoliert sein.

Futterhaus
Ein Futterhaus sollte geräumig genug sein, dass darin notfalls auch zwei Igel ausreichend Platz finden, um zu fressen, sich umeinander zu drehen oder aneinander vorbei zu kommen.
- Zwei Eingänge (wichtig)
- Labyrinth-Eingänge/Vorräume (wichtig)
- Aus robustem Holz oder Plastik
- Abnehmbarer Deckel
- Wir empfehlen ohne Boden allerdings auf Steinplatten aufzustellen
- Mit Rattenklappe (wichtig)
- Es gibt Futterhäuser mit einem großen Fenster, wenn man Einsicht hat zum Haus oder eine Wildtierkamera hat ist es eine tolle Ergänzung.
Hygiene ist bei Igeln sehr wichtig!
Deshalb sollte man regelmäßig Böden mit kochendem Wasser desinfizieren können.
Da sich sonst Kokzidien ausbreiten könnten.

Sinnvolle Erweiterungen
Das andere Tiere, Futter klauen und sich in der nähe der Futterstelle ansiedeln ist ein großes Thema, welches beachtet werden muss.
Deshalb gibt es Hilfsmittel und tolle Ideen.
- Futterhaus beschweren
zum Beispiel mit Steinen.
- Ein sogenanntes Tunnelsystem, entweder aus Röhren oder aus Holz, kann Katzen und/oder Waschbären abhalten.
- Bodenplatte aus Stein, damit sich Ratten und Mäuse nicht von unten durchgraben.
- Mit Haken und Bodenanker an der Unterseite des Futterhauses kann man Waschbären abhalten das Futterhaus umzuwerfen.
- Das Haus als Falle benutzen ^^
Mit einer Schnur rund um das Futterhaus, können Tiere rein, aber nicht mehr raus.
Das ist hilfreich wenn man z.B. auf der Lauer liegt um einen geschwächten Igel zu sichern.
Aber es hilft auch wenn eine Ratte, die sich an die Klappen gewöhnt hat, daran zu erinnern weshalb sie das Haus meiden sollte 😉
Igel, Ratten, Waschbären und Katzen –
können sie zusammenleben?
Wo Igel leben, sind oft auch andere Tiere unterwegs. Ratten, Waschbären und Katzen gehören in vielen Gärten zum Alltag.
Doch bedeutet das automatisch Gefahr für unsere stacheligen Gartenbewohner?
Nein, in den meisten Fällen nicht!
Ausgewachsene, gesunde Igel kommen mit ihren tierischen Nachbarn normalerweise recht gut zurecht. Sie gehen sich meist aus dem Weg und haben wenig Interesse an einer direkten Auseinandersetzung.

Ratten & Igel
Auf unseren Videoaufnahmen konnten wir beobachten, wie ein Igel seelenruhig weiterfraß, obwohl eine Ratte dazukam. Die Ratte wartete sogar, bis der Igel weg war, bevor sie selbst ans Futter ging.
Unsere Beobachtungen zeigen: Ratten und Igel müssen keine Feinde sein.
Trotzdem sollten Futter- und Schlafhäuser so gebaut sein, dass Ratten möglichst wenig Zugang haben.
Bei Igelbabys und Igelkindern ist allerdings Vorsicht geboten.

Katzen & Igel
Wer Katzen und Igel im Garten beobachtet, sieht häufig, dass sie sich gegenseitig ignorieren. Der Igel bleibt einfach sitzen und die Katze verliert das Interesse.
Das hat einen guten Grund: Wenn der Igel nicht wegrennt, wird bei der Katze oft auch nicht der Jagdinstinkt ausgelöst.
Ein davonlaufendes Tier kann dagegen den Jagdtrieb wecken. Die Stacheln bieten dem Igel zusätzlich Schutz, wenn er sich einrollt.
Trotzdem gilt: Vor allem für Igelbabys können Katzen gefährlich werden.

Waschbären & Igel
Waschbären und Igel können sich durchaus denselben Gebiet und sogar dieselbe Futterstelle teilen. Es gibt Beobachtungen, bei denen beide Tiere friedlich nebeneinander aus einem Napf fressen.
Ein Waschbär im Garten bedeutet also nicht automatisch Gefahr für die dort lebenden Igel.
Ein Experte von PETA, der seit Jahrzehnten mit Waschbären arbeitet, berichtete uns aus seiner langjährigen Erfahrung, dass Waschbären kein Interesse daran zeigen, Igel anzugreifen.